Kaffee 100% Made by Women

Kaffee 100% Made by Women

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Mit Angelique’s Finest haben wir einen ganz neuen Kaffee nach Deutschland eingeführt Und nun soll er in den dm-Markt erobern: Angelique’s Finest ist nicht nur ein unglaublich wohlschmeckender Spezialitätenkaffee, Fairtrade und direkt gehandelt, er ist überdies einer dieser seltenen Kaffees, die ausschließlich von Frauen produziert werden. Weltweit gibt es nur eine Handvoll solcher Kaffees. Unser Ziel ist es, Kaffee aus Frauenhand mit Angelique’s Finest in Deutschland populär zu machen, um damit unseren Teil zur Geschlechterfairness beizutragen und Frauenrechte weltweit zu stärken. Darum freuen wir uns sehr über unsere starken Partner, die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES und die Frauenzeitschrift BRIGITTE. In diesem Beitrag möchte ich dir eine unserer Partnerkooperativen in Ruanda, Rambagira Kawa, vorstellen. Los geht’s!

Frauenkooperative Rambagira Kawa

Die Frauen unserer Partnerkooperative Musasa Dukundekawa haben sich in der Frauenkooperative Rambagira Kawa zusammengeschlossen. Sie produzieren nicht nur Kaffee, sondern fertigen auch Handarbeiten an, um sich zusätzliche Einkommensquellen außerhalb des Kaffeeanbaus zu erschließen. Ein Teil ihrer Erlöse fließt in die Schulgebühren für ihre Kinder sowie in die Krankenversicherung. Derzeit besteht die Kooperative aus 228 Frauen. Viele von ihnen sind verwitwet oder leben allein.

Geleitet wird Rambagira Kawa von Odette Murekatete, die auch Generalsekretärin von Musasa Dukundekawa ist. Die Frauen von Rambagira Kawa treffen sich einmal wöchentlich, um aktuelle Probleme zu besprechen. Sie beratschlagen sich, diskutieren und geben einander Unterstützung. Bei finanziellen Problemen versuchen sie über einen Frauenkredit von Musasa zu helfen. Das größte Ziel von Rambagira Kawa ist derzeit die Einführung eines Kaffees, der zu 100 Prozent von Frauen produziert wird. Wir sind der erste Abnehmer dieses Kaffees, den wir unter dem Namen Angelique’s Finest in den deutschen Markt bringen wollen.

Unterstütze unsere Crowdfunding-Kampagne, damit wir dieses Ziel erreichen können! 

Höheres Einkommen in der Kooperative

Bei unserem Besuch in der Kooperative erklärten die Frauen, warum sie gern im Kaffeegeschäft arbeiten. In erster Linie ist der Kaffeeanbau reizvoll, weil er einmal im Jahr mehr Erträge liefert als alle anderen Pflanzen zusammen. Kaffee bringt relativ hohe wirtschaftliche Erträge, so dass man sich irgendwann ein Haus – wie Kaffeebäuerin Marie Bedawasingwa –  oder vielleicht sogar ein Auto leisten kann. Als Mitglieder der Kooperative haben die Frauen zudem den Vorteil, dass sie nicht nur vom Einkaufspreis, sondern auch vom Verkaufspreis des Kaffees profitieren. Sie werden also zwei Mal bezahlt. Die Frauenkooperative beschert den Frauen darüber hinaus zusätzliche Einkünfte aus dem Verkauf ihrer handgefertigten Waren. Außerdem bietet sie ihnen Raum, um Ideen zu entwickeln und neue Fähigkeiten zu erwerben.

Kaffee 100% Made by Women

Endlich finanziell unabhängig

Der größte Vorteil der Frauenkooperative ist jedoch die Unabhängigkeit der Frauen. Wie sie uns berichteten, verwalteten früher die Männer das Geld. Den Frauen war es unangenehm, um Geld für persönliche Dinge zu bitten, doch nun können sie sich diese Dinge von ihrem eigenen Geld kaufen. Vestine Muhawenimana sagt dazu: „Wenn du dein eigenes Geld verdienst, wirst du von deinem Mann respektiert. Früher fragten die Männer ihre Frauen: ‚Was trägst du zum Haushalt bei? Du isst nur.‘ – Heute können wir unseren Beitrag leisten.“ Zugegeben, das klingt etwas hart, verdeutlicht aber sehr gut, warum es Frauen so wichtig ist, auf eigenen Beinen zu stehen. Man merkt ihnen ihren Stolz auf das Geleistete wirklich an. Übrigens geben die wenigsten Frauen das verdiente Geld für persönliche Zwecke aus, das meiste fließt in die Verbesserung ihres Lebensstandards und in die Familie.

Gleichberechtigt und stark

Natürlich haben wir die Frauen auch gefragt, was Gleichberechtigung für sie bedeutet. Den Frauen ist es wichtig, dass ihnen die gleichen Rechte und Chancen wie Männern zukommen. „Es gibt keine Arbeit, die nur Männern vorbehalten ist. Was ein Mann tun kann, kann eine Frau auch tun,“ so Emelithe.

Wichtig ist den Frauen aber auch, andere Frauen zu stärken und in Führungspositionen zu gelangen: „Frauen müssen dazu ermutigt werden, das Selbstvertrauen zu entwickeln, jeden Job erledigen zu können, den sie sich erträumen. Es ist schwierig: Nicht nur dein Ehemann, auch die Menschen um dich herum können dich auslachen. Manche Leute lachen uns aus, wenn wir in Musasa im Sand sitzen. Aber mich motiviert es, stark zu sein – das wichtigste ist es, stark zu sein,“ so Emelithe weiter.

Auch die Einbeziehung des Mannes in Familienangelegenheiten ist ein Thema, das den Frauen am Herzen liegt. Manche Frauen, mit denen wir gesprochen haben, werden von ihren Männern unterstützt. Maria Mukandemezos Mann beispielsweise kocht für die Familie, wenn sie in Rambagira Kawa ist. Epiphanie Ndacyayisenga berichtet hingegen, sie kenne viele Frauen, denen es nicht erlaubt sei, sich mit anderen Frauen zu treffen.

#StrongWomenStrongCoffee

Was uns wirklich beeindruckt hat, ist das Arbeitsethos der ruandischen Frauen. Auf die Frage, was eine Frau stark mache, antworten sie: Arbeit mache Frauen stark. Sie sind stolz, wenn sie zeigen können, wie viel sie arbeiten. Der Arbeitsalltag der Frauen ist lang: Von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags sind sie auf dem Feld und nach ein bis zwei Stunden Mittagspause noch einmal drei Stunden. Dazu kommt die Pflege der Kinder und des Haushalts.

 

Unterstützung bekommen die Frauen von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen. Sustainable Harvest führte Workshops mit ihnen durch. Dort lernten sie, wie sie ihren Kaffeeertrag steigern können, aber auch die Qualität des Kaffees. Das half ihnen enorm, weil sie beispielsweise nicht mehr auf die Hilfe der Männer angewiesen sind, um ihre Sträucher zu beschneiden. Die Organisation Technoserve informierte die Frauen über organische Düngemethoden. Epiphanie ist sehr dankbar für diese Unterstützung: „In Dukundekawa habe ich gelernt, wie ich meine Kaffeepflanzen zu pflegen habe und mehr Profit erziele. In Rambagira habe ich außerdem gelernt, mich persönlich weiter zu entwickeln. Ich bin geistig unglaublich gereift und die Frauenkooperative Rambagira hatte dabei vermutlich den stärksten Einfluss. Ich wusste vorher nichts von Handarbeit. Nun kann ich das Geld nutzen, um Nahrung zu kaufen und die Familie zu finanzieren. Ich bezahle das alles von meinem Geld. Mein Mann würde es nur wieder ins Geschäft investieren.“

Constance Mukakalisa berichtete uns stolz, wie sie ihren Mann überraschen konnte, indem sie ihm ein Essen mit Öl zubereitete, welches sie selbst gekauft hatte. Anastasie Musabyimana konnte die Hochzeiten ihrer sechs Kinder dank ihres Einkommens aus dem Kaffeeanbau bezahlen. Anastasie ist verwitwet, ihr Mann starb im Gefängnis. Heute sagt sie: „Der Kaffee ist mein Ehemann. Wenn ich ihn um Hilfe bitte, hilft er mir – er ist der Kopf der Familie.“

[Die Interviews wurden geführt von Lilith Schardt]

2 Responses

  1. Xaver Kitzinger
    | Antworten

    Hallo Dorothea,
    „Ich jedenfalls freue mich über jede Frau, die ihre Existenz ganz einfach selbst sichern kann und die ihrer Kinder, für die hoffentlich auch eine medizinische Versorgung und ein Mindestmaß an Bildung zur Selbstverständlichkeit werden kann.“
    Ja das sehen wir genauso und es ist der Kern von unserer Zusammenarbeit mit den Frauenkooperativen. Stöbere doch noch ein bisschen mehr in unserem Blog, mit vielen Interviews, vielleicht relativiert sich dein Eindruck ein bisschen, denn es liegt uns wirklich am Herzen die Frauen selbst sprechen zu lassen.
    Viele Grüße
    Xaver

  2. Dorothea Vienken
    | Antworten

    Die Aussagen der Frauen hören sich ein bisschen sozial erwünscht an, so als ob ihnen die Werte der zahlenden Kundinnen in den Mund gelegt worden seien. Ich glaube, diese Frauen sind einfach froh, Arbeit zu haben und halbwegs vernünftig bezahlt zu werden. Sie überleben und können das Überleben ihrer Familien sichern. Ich jedenfalls freue mich über jede Frau, die ihre Existenz ganz einfach selbst sichern kann und die ihrer Kinder, für die hoffentlich auch eine medizinische Versorgung und ein Mindestmaß an Bildung zur Selbstverständlichkeit werden kann. Gestärkte Frauen ziehen gesunde Männer an, die sie respektieren……

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