Wie finanzielle Unabhängigkeit das Leben von Frauen verändert

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Angelique’s Finest ist ein Kaffee, der komplett von Frauen­ angebaut und verarbeitet wird. So wird sicher­gestellt, dass die ruandischen Kaffee­bäuerinnen mehr Geld verdienen, da die gesamte Wert­schöpfung bei der Produktion in Frauen­hand bleibt. Neben dem monetären Aspekt wird auch die Leistung von Frauen in der Kaffee­produktion realis­tischer abgebildet, da Frauen heute schon den Haupt­anteil der Arbeit bei der Kaffee­produktion stemmen, aber oftmals nicht angemessen von den Erlösen profitieren. Seitdem die komplette Produktion in den Händen der Kaffeebäuerinnen von Angelique’s Finest liegt, verdienen sie pro verkauftem Kilogramm Kaffee 55 Prozent mehr, als wenn sie die Bohnen als Rohkaffee verkaufen. Das sichert den Produzentinnen erstmalig finanzielle Unabhängigkeit – nicht nur von einer börsengetriebenen Preisgestaltung, sondern auch von ihren Männern.

Aber was hat sich dadurch im Leben der Produzentinnen verändert?

Um das herauszufinden begaben sich unsere Praktikantinnen Sandra und Luisa im September 2021 auf den Weg in die Region Huye im Süden Ruandas, um die Kaffeekooperativen Maraba und Koakaka zu besuchen. Huye ist einer der acht Distrikte, die die Südprovinz Ruandas bilden. Dort angekommen trafen sie die Frauengruppe Mutima W’urugo der Kaffeekooperative Maraba.

Frauengruppe Mutima W´urugo der Kaffeekooperative Maraba
Frauengruppe Mutima W’urugo der Kaffeekooperative Maraba

Die beiden trafen die Gruppe auf einer ihrer Kaffeeplantagen inmitten der Kaffeesträucher und wurden herzlich mit Gesang  und Tanz empfangen. Mutima W’urugo bedeutetso viel wie “Herz des Hauses”. Die Gruppe gründete sich 2019 und besteht derzeit aus 30 Mitgliedern. 

Bevor es sich Luisa und Sandra mit den Frauen auf dem Feld gemütlich machten, halfen sie den Kaffeebäuerinnen beim Beschneiden der Kaffeesträucher oder lernten vielmehr wie das funktioniert. Die Pflege der Kaffeesträucher beinhaltet viel Arbeit, denn mit dem Pflanzen der Sträucher alleine ist es nicht getan. Damit die Kaffeebäume weiterhin viele Beeren liefern, muss der Baum regelmäßig beschnitten werden. Er darf nicht zu viele Äste bilden, sonst entwickelt er sich nicht gut. Er darf auch nicht zu hoch wachsen, denn das erschwert den Bäuerinnen das Pflücken der Beeren. Zudem nutzt der Baum die Mineralsalze des Bodens, um das Holz der Äste zu ernähren. Deshalb ist es auch wichtig, dass nicht zu viele Äste am Baum hängen. So bleiben genug Nährstoffe erhalten und der Kaffeebaum liefert gute Beeren. 

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Nach getaner Arbeit setzten sie sich in das Kaffeefeld, um sich mit den Produzentinnen zu unterhalten. Die beiden fragten die Frauen, was sich seit der Markteinführung des Frauenkaffees in ihrem Leben verändert hat. 

Sie berichteten, dass sie sehr stolz sind, ihr eigenes Geld zu verdienen und nicht länger ihre Ehemänner um Dinge bitten zu müssen. Sie erhalten mit dem Frauenkaffee nicht nur eine Prämie, sondern auch einen besseren Preis. Damit fühlen sie sich selbstbewusster. Mit einem höheren Selbstbewusstsein haben sie eine Stimme zu Hause und in der Kaffeebranche allgemein. Früher war die Industrie sehr von Männern dominiert. Das ändert sich langsam. 

Frauengruppe Mutima W´urugo der Kaffeekooperative Maraba

Es sei sehr wichtig gewesen, so die Frauen, den Frauenkaffee einzuführen. Das Land sei zwar legal im Besitz von Mann und Frau, doch die Frauen verrichten anstrengende Arbeiten auf dem Feld, während das ganze Geld üblicherweise an die Ehemänner geht. Doch wenn Frauen die Kontrolle über das Geld haben, gehe es der Familie besser und die gesamte Lebensgrundlage der Familie verbessere sich. Deshalb sei es so wichtig, dass mehr Frauen Zugang zu Geld bekommen und damit finanzielle Unabhängigkeit erlangen. 

Durch die Einführung des Frauenkaffees habe sich ihr Selbstvertrauen und ihr Bild in der Gesellschaft verbessert. Es gebe ihnen einen sinnvollen Zweck und sie sind sehr stolz auf sich selbst. Auch die Ehemänner sind stolz auf ihre Frauen. Durch das mit dem Frauenkaffee verbundene eigene Einkommen der Kaffeebäuerinnen werden Konflikte innerhalb der Familie reduziert, weil Diskussionen um Ausgaben entfallen, wenn Frauen diese selbstbestimmt tätigen können, 

Marie Gorette Mbateyi konnte sich durch die Prämie beispielsweise ein eigenes Haus bauen und ihren Kindern damit ein besseres Leben bieten. Sie betrachtet ihre Kaffeebäume als persönliche Bank, in der sie ihre Schätze wahrt, weil diese ihren Lebensunterhalt sichern.

Die Kaffeebäuerin Beatrice Mukangamije kam durch den Beitritt in die Kooperative und somit der Frauengruppe aus der Einsamkeit heraus. Mit dem Verdienst durch den Verkauf der Kaffeekirschen konnte sie sich und ihren Kindern ein eigenes Haus bauen und sie zur Schule schicken. Zudem konnte sie ihr Haus an das Stromnetz anschließen und einen Fernseher kaufen. Der Frauenkaffee und die Prämie verhalfen ihr zu einer besseren Lebensgrundlage.

Marie Gorette Mbateyi (links) und Beatrice Mukangamije (rechts)
Marie Gorette Mbateyi (links) und Beatrice Mukangamije (rechts)

Mukeshimana M. Goreth musste früher immer ihren Mann um Geld bitten, doch nun ist sie finanziell unabhängig und kann selbstständig entscheiden. Somit habe sich auch die gegenseitige Unterstützung in der Familie verbessert. Mukeshimana investiert ihr Geld in die Viehzucht. Sie plant ihren Viehbestand zu erweitern sowie Häuser zu bauen und diese zu vermieten. Durch die finanzielle Unabhängigkeit kommen ihr immer mehr Ideen, wie sie sich weiter finanziell stärken kann. 

Mukeshimana M. Goreth vor ihrer Viehzucht
Mukeshimana M. Goreth vor ihrer Viehzucht

Es ist sehr inspirierend zu sehen, wie sich das Leben der Frauen verändert hat und was für ein enormes Selbstbewusstsein sie entwickelt haben. Mit jedem Kauf von Angelique’s Finest – Strong Women. Strong Coffee unterstützen Sie die Frauen auf ihrem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit.

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