Frauen im Kaffeesektor

Frauen im Kaffeesektor

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Some women think coffee is only for men, but if you start your own coffee business you can earn even more than your husband. Maybe it is not possible for every woman to start her own coffee business. I suggest to create a cooperative, and to decide to contribute some money for other women to build their business, one after another will be able to start her own business… until everyone has one. (Valerie, Rambagira Kawa)

Die Benachteiligung von Frauen im Kaffeesektor

Nicht erst seit den Sustainable Development Goals setzt die UN auf die verstärkte Förderung von Frauen im Globalen Süden.

Warum?

70 Prozent der als arm geltenden Menschen sind Frauen. Gerade im Globalen Süden sind Frauen von starken Benachteiligungen bezüglich Einkommen und Eigentumsrechten betroffen. Auch der Kaffeesektor ist von einem großen Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern geprägt: Während bis zu 70 Prozent der Feldarbeit von Frauen übernommen wird, gelangen nur 15 Prozent des Landes und der gehandelten Bohnen in ihren Besitz.

In der Wertschöpfungskette von Kaffee wird insbesondere die Feldarbeit sowie die anschließende Ernte und das Sortieren der Bohnen von Frauen übernommen. Männer hingegen übernehmen insbesondere den Verkauf und den Transport des Kaffees.

gender equality ruanda

Eine Studie der Specialty Coffee Association of America (SCAA) weist diesbezüglich auf vier Dimensionen der strukturellen Benachteiligung von Frauen im Kaffeesektor hin.

1. Arbeitszeit und Arbeitsteilung

Neben ungleicher Aufgabenverteilung zwischen körperlicher Feldarbeit (Frauen) und Verkauf der Bohnen (Männer), hat die SCAA auch ein Ungleichgewicht bei der Arbeitszeit festgestellt. Im Durchschnitt kommen Männer auf einen etwa achtstündigen Arbeitstag, wohingegen Frauen durchschnittlich 15 Stunden arbeiten, da sie noch Pflege-, Betreuungs- und Haushaltsaufgaben übernehmen.   

2. Einkommen

Aus den verschieden Aufgaben in der Wertschöpfungskette ergibt sich, dass primär Männer den Zugang zu den Erlösen aus dem Verkauf haben. Frauen hingegen werden oft nicht oder wesentlich schlechter bezahlt, obgleich von ihnen erwartet wird, im Feld mitzuarbeiten. Der Gender Gap beim Einkommen lag laut SCAA in 2014 durchschnittlich bei 39 Prozent. Einige Frauen verkaufen ihren Kaffee deshalb heimlich weiter, um sich selbst etwas hinzuzuverdienen. Diese Frauen laufen nicht selten Gefahr, Opfer häuslicher Gewalt zu werden.

3. Besitz

Nur 3 bis 20 Prozent des Landes im Globalen Süden ist Eigentum von Frauen. Und das obwohl ihre Arbeit zwischen 20 und 50 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeit umfasst. Besonders benachteiligt sind Witwen, da in einigen Ländern das Erbe an die Familie des Mannes geht und so die verwitwete Frau nicht abgesichert ist. Auch der zum Erwerb von Land notwendige Zugang zu Krediten und Finanzierungsmöglichkeiten ist für Frauen erschwert. Falls Frauen dennoch Land erwerben, kann es vorkommen, dass das Land, welches ihnen zugeteilt wird, schlechter zu bewirtschaften oder weniger ertragreich ist, als das der Männer.

4. Macht und Mitbestimmungsrecht

Ferner sind Frauen seltener an Entscheidungsprozessen beteiligt. Da häufig Männer die offiziellen Kooperative-Mitglieder sind und entsprechende Beiträge zahlen, wird den Frauen der Zugang zu Versammlungen und Weiterbildungsmaßnahmen verwehrt. So sind auch in Fairtrade zertifizierten Kooperativen nur 25% der Mitglieder Frauen. Dies führt zu weiteren Nachteilen, da so wichtige Informationen zu Anbaumethoden etc. nicht (immer) bei ihnen ankommen. Auch sind Frauen bezüglich der Übernahme von Führungsrollen häufig verunsichert. In vielen Bereichen fehlt es an geeigneten weiblichen Vorbildern, die traditionelle Rollenverständnisse durchbrechen.

Welche Vorteile ergeben sich aus der spezifischen Förderung von Frauen im Kaffeesektor?

Neben einer allgemein wünschenswerten Gleichberechtigung von Frauen im Kaffeesektor zeigt die Förderung von Frauen, bzw. Gender Equality, nachweislich positive Effekte auf Bildung, Gesundheit, Ernährung und allgemeines Wohlergehen der betroffenen Familien. So wirkt sich ein ggf. zusätzliches Einkommen der Frau positiv auf die Familienfinanzen aus und bietet größere finanzielle Flexibilität. Wichtig ist hierbei besonders, traditionelle Werte zu beachten und nicht das Familiengleichgewicht zu zerstören. Ohnehin wird Studien zufolge 90 Prozent des von Frauen erzielten Einkommens für Familienbedürfnisse ausgegeben, Männer stellen nur 40 Prozent ihres Einkommens bereit.

Außerdem kann nachweislich die Qualität des Kaffees erhöht werden, wenn Frauen an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Laut Zahlen des Coffee-Institutes sollen durch eine solche Beteiligung von Frauen 20-30 Prozent mehr Felderträge erzielbar und so der Welthunger statistisch bis zu 17 Prozent senkbar sein.

Unsere Partnerkooperative Rambagira Kawa

Rambagira Kawa („May coffee spread the world“) ist eine Fraueninitiative innerhalb unserer Partnerkooperative Musasa Dukundekawa. Unter ihr vereinen sich bereits 228 weibliche Mitglieder der Kooperative und jeden Monat kommen weitere hinzu. Neben dem Wunsch einen eigenen Kaffee exportieren zu können, haben die Frauen auch ein Projekt zur Fertigung von Kunsthandwerk gestartet. Einmal wöchentlich treffen sie sich, um gemeinsam Korbflechtereien herzustellen und sich gegenseitig zu beraten und bei Problemen weiterzuhelfen. Diese Tätigkeit stellt für die Frauen eine weitere Einnahmequelle dar, ist für einige allerdings auch eine Art Rentenplan, falls sie die harte Arbeit auf dem Feld im Alter nicht mehr übernehmen können. Außerdem nutzen die Frauen die Gelegenheit des gemeinsamen Flechtens, um sich persönlich, mental sowie in ihren Fertigkeiten weiterzuentwickeln und dazu zu lernen.

Rambagira Kawa

Rambagira Kawa ist über das Rwanda Chapter in der IWCA (International Women‘s Coffee Alliance) organisiert. Das IWCA Rwanda Chapter wird wiederum von Angelique Karekezi geleitet, die gleichzeitig die Chefin der Kooperative-eigenen Rösterei und Vertriebsgesellschaft ist und die erste Ansprechpartnerin für alle Belange der Kaffee-Kooperative.de.

Unterstütze unsere Crowdfunding-Kampagne, damit die Frauen von Rambagira Kawa ihren Kaffee in Deutschland verkaufen können!

Los geht’s!

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