Kaffeebäuerin Victoria:  Es ist noch ein langer Weg für uns Frauen

Kaffeebäuerin Victoria: Es ist noch ein langer Weg für uns Frauen

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Victoria Mukamurenzi ist eine der Frauen, die Angelique Finest herstellen. Sie ist Vizepräsidentin der Frauengruppe Rambagira Kawa, die sich aus Frauen der Musasa Dukundekawa Kaffeekooperative zusammensetzt.

Victoria, wie bist du zu Musasa bzw. Rambagira Kawa gekommen?

Am Anfang bestand die Dukundekawa Kooperative nur aus Männern. Doch als sie größer wurde, baten sie die Frauen um Unterstützung und so stand bald auch uns der Eintritt in die Kooperative offen. Dennoch sind noch immer deutlich weniger Frauen unter den Mitgliedern als Männer.

In die Frauengruppe bin ich eingetreten, um meine Handarbeitsfertigkeiten zu verbessern. Die Erntezeit ist ziemlich anstrengend, da bleibt kaum Zeit für eine Nebenbeschäftigung. Doch danach ist auf den Kaffeefeldern nicht mehr viel zu tun und wir müssen uns etwas anderes überlegen, um Geld zu verdienen.

Die Handarbeitsgruppe ist für mich auch eine Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern, mich weiterzubilden und wichtige neue Fertigkeiten zu erlernen, die nützlich sein können, um weiteres Einkommen zu generieren. Außerdem kann ich anderen Frauen helfen, etwas dazuzulernen und mich mit ihnen austauschen.

Bekommst du Unterstützung von deinem Mann?

Ja, ich habe ziemliches Glück, er teilt alles mit mir und unterstützt mich sehr. Früher hat sich mein Mann um den Kaffee gekümmert. Dann zeigte er mir, was ich tun soll. Jetzt dünge ich die Kaffeepflanzen, während mein Mann draußen arbeitet. Ich würde sagen, 80 Prozent der ruandischen Frauen werden von ihren Männern unterstützt. Aber es war nicht immer so. Die Männer von Musasa verändern sich langsam und verstehen, wie wichtig es ist, ihre Frauen zu unterstützen. Aber es ist noch ein langer Weg für uns Frauen. Die Kooperative sollte uns gezielt trainieren.

Was macht ihr mit den handgefertigten Körben, die ihr in Rambagira produziert?

Die verkaufen wir. Noch fehlt uns allerdings ein adäquater Marktzugang, so dass wir die Flechtwaren und unseren Kaffee verkaufen können. Das Geld, das ich durch die Handarbeiten verdiene, hilft mir sehr. Ich kann es für Kleidung und die Bedürfnisse meiner Kinder ausgeben. Nur der Kaffeepreis macht mir Sorgen.  Die Ernte allein zu bewältigen ist unmöglich, deshalb muss ich Arbeiter anstellen. Um diese Kosten zu decken, reicht der Preis für die Kaffeekirschen derzeit nicht. Ich hoffe deshalb, dass er weiter steigt und wir einen Marktzugang für unseren Frauenkaffee bekommen und dann auch ein besseren Preis. Wäre unser Kaffee in Deutschland erfolgreich, würde uns das sehr helfen.

Unterstütze unsere Crowdfunding-Kampagne, damit Victorias Wunsch erfüllt wird!

 

[Das Interview führte Lilith Schardt]

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