Beste Freundinnen

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Marie Gorette Mbateyi (64) und Beatrice Mukangamije (65) sind Mitglieder der Frauengruppe Mutima W’urugo der Kaffeekooperative in Maraba. Marie Gorette hat 6 Kinder, 4 Enkelkinder und 400 Kaffeebäume. Beatrice hat 2 Kinder, 4 Enkelkinder und 380 Kaffeebäume. Beide sind verwitwet und wuchsen in Familien auf, die vom Kaffeeanbau lebten und waren somit von Kindheit an mit diesem Berufsfeld vertraut. 1998 wurden Marie und Beatrice Mitglieder der Kooperative. Nach dem Genozid 1994 lag vieles in Ruanda brach, das Land wurde wieder aufgebaut und Kaffee wurde ohne System an beliebige Käufer verkauft. Nach dem Eintritt in die Kooperative hatten Marie und Beatrice Zugang zu verlässlichen Käufern und begannen Geld mit dem Kaffeeanbau zu verdienen. 

Vorteile der Kooperative

Marie konnte sich mit ihrem Einkommen ein neues Haus bauen und besser für ihre Kinder sorgen. Sie erhielt von der Kooperative zudem einen Kredit mit niedrigem Zinssatz. Marie betrachtet ihre Kaffeebäume als persönliche Bank, da sie ihr Einkommen sichern. Sie möchte und muss diesen wertvollen Besitz schützen. Beatrice erinnert sich, dass die Menschen vor ihrem Eintritt in die Kooperative bösartig waren und mutwillig ihre Kaffeebäume zerstörten. Nach dem Eintritt in die Kooperative entkam sie ihrem Elend und ihrer Einsamkeit. Auch Beatrice investierte ihr Einkommen in den Bau eines Hauses und in die Schulbildung ihrer Kinder. Wie Marie konnte sie ihr Haus an das Stromnetz anschließen und sich einen Fernseher kaufen, was ihre Lebensqualität verbessert hat.

Marie leitet die Frauengruppe und repräsentiert die Witwen, die Überlebenden des Genozids. Beatrice ist Vizepräsidentin der Gruppe. Die Bindung zwischen Marie und Beatrice ist stark, sie sind seit ihrer Kindheit befreundet und haben ähnliche Probleme in ihrem Leben gemeistert. Sie sind, so sagen sie, Schwestern im Herzen. 

Die Kooperative in Maraba gibt ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit und erlöste sie von ihrer Einsamkeit. Die Mitglieder der Frauengruppe unterstützen sich gegenseitig – sowohl finanziell, als auch emotional. Manche der Mitglieder haben alle Menschen um sich herum verloren und sie versuchen nun, alle einzubeziehen und eine zweite Familie zu sein. Da sie alle viel durchgemacht haben und den Genozid erlebten, verstehen sie einander besser. Besonders emotional war die Initiierung einer Versöhnungsgruppe, um Hutu und Tutsi, die sich im Genozid noch gegenüberstanden, zusammenzubringen. Das schloss auch die Familien von Mördern ein und es ging darum, denen zu helfen, deren Familienmitglieder im Gefängnis inhaftiert waren. 

Kaffee aus Frauenhand

Die Frauen waren sehr glücklich und aufgeregt, als Angelique’s Finest, Kaffee aus Frauenhand eingeführt wurde. Die Männer hingegen waren zunächst wütend und neidisch und fürchteten, “alles werde den Frauen gehören”, so berichten uns Marie und Beatrice. 2020 begannen sie mit der Produktion von Angelique’s Finest, der separat vom herkömmlichen Kaffee verarbeitet wird. Dies gibt den Frauen ihren eigenen Raum, um sich zu treffen und auch um über private Dinge zu sprechen (ohne Männer). Es hilft ihnen offen zu sein und ihre Gedanken zu teilen. 

Der Produzentinnen erhalten am Ende der Kaffeesaison eine Prämie, die auf einem Bankkonto als Rentenversicherung angelegt wird. Das ist sehr hilfreich, da Rentenfonds in Ruanda eher unüblich sind, gerade für Bauern und in ländlichen Gegenden. 

Mit jedem Kauf von Angelique’s Finest unterstützen Sie Marie, Beatrice und ihre Kolleginnen.

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